Gelungener Beitrag zur Integration: Gewinner des Deutschen Integrationspreises erhalten 100.000 Euro

Frankfurt am Main, 8. November 2018. Das Projekt Space2groW hat den ersten Platz des Deutschen Integrationspreises der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung gewonnen. Bei der heutigen Preisverleihung in Frankfurt erhielt das Projekt 50.000 Euro Preisgeld. Damit würdigte die Jury den besonderen Einsatz von selbst geflüchteten Frauen für andere geflüchtete Frauen. Für den Juryvorsitzenden Prof. Nico Hofmann, CEO UFA GmbH und Mitglied des Kuratoriums der Hertie-Stiftung, ist diese Auszeichnung mehr als verdient: „Bei Space2groW nehmen Frauen nicht nur ihre eigene Zukunft selbstbestimmt in die Hand, sondern auch die ihrer Familien. Die Initiativen, die sich heute für den Deutschen Integrationspreis präsentiert haben, zeigen, wie bürgerschaftliches Engagement in einer lebendigen Demokratie funktioniert. Alle heute Abend ausgezeichneten Projekte leben und zeugen von einer Begegnung auf Augenhöhe.“
 
Space2groW richtet sich speziell an Frauen mit eigener Fluchtgeschichte. Das Projekt bietet berlinweit Workshops und Beratungsgespräche für geflüchtete Frauen zu Familienplanung und Gesundheit an. Dadurch baut es Barrieren ab und schafft Zugänge zu Informationen über Verhütung, Schwangerschaftsvor- und -nachsorge, Zyklus etc. So werden geflüchtete Frauen ermächtigt, ihre Familienplanung besser steuern zu können und damit Freiräume zum Ankommen und zur Lebensplanung in Deutschland zu schaffen. Die Projektdurchführenden sind Teil der Communities und haben eigene Fluchthintergründe. „Space2groW ist deswegen so wichtig und unersetzlich, weil wir als geflüchtete Frauen* untereinander und miteinander zu den Themen Familienplanung, Frauengesundheit und Empowerment arbeiten. Selbstbestimmt Entscheidungen zu fällen über den eigenen Körper und in der eigenen Familie ist eine Grundvoraussetzung für alle weiteren Schritte in die Gesellschaft hinein. Das leistet Space2groW – dadurch, dass wir Trainerinnen Teil der Communities sind und deren Erfahrungen teilen. Durch diese Vertrauensebene werden die Inhalte besser angenommen. Mit dem Preisgeld können wir das Konzept zunächst auf weitere Standorte im Osten Deutschlands ausweiten. Langfristig soll das Netzwerk und das Konzept deutschlandweit stattfinden", erklärten die Gründerinnen und Projektleiterinnen Anab Mohamud und Zeina Massaad.
 
Der zweite Preis, mit 30.000 Euro dotiert, ging an Triaphon aus Berlin. Das Projekt löst das Problem der Sprachbarriere bei der Behandlung von Patienten mit Migrations- oder Fluchthintergrund mit einem telefonischen 24h-Übersetzungsdienst für Krankenhäuser und Arztpraxen. Mit Platz drei und 20.000 Euro wurde das Berliner Projekt Flüchtlingspaten Syrien geehrt, das den Familiennachzug für Geflüchtete aus Syrien mithilfe von privaten Bürgschaften ermöglicht und bei Sprachkursen sowie der Job- und Wohnungssuche unterstützt.
 
Mit dem Deutschen Integrationspreis identifiziert die Hertie-Stiftung überzeugende Projekte und unterstützt sie bei der Umsetzung. Vorausgegangen war eine Crowdfunding-Phase, in der 27 Integrationsprojekte um finanzielle Unterstützung für ihre Vorhaben geworben hatten. Mehr als 10.000 Menschen waren dem Aufruf gefolgt und hatten insgesamt rund 380.000 Euro gespendet. Die Projekteideen mit den meisten Unterstützern honorierte die Hertie-Stiftung mit Preisgeldern von insgesamt 140.000 Euro. Mit dieser Finanzierung konnten die Projekte ihre Ideen umsetzen. Ihre Erfolge präsentierten sechs Finalisten heute live der Jury mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Medien und Öffentlichkeit. Bei der Bewertung spielten die Wirkung der Projekte, die Skalierbarkeit, Bedarfsorientierung und insbesondere die Mitwirkung von Geflüchteten eine entscheidende Rolle.

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Der deutsche Integrationspreis findet, fördert und finanziert überzeugende Integrationsprojekte.

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